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Verzicht der Einen - Leben und Hoffnung für die Anderen!
Liebe Freunde, liebe Leser und Leserinnen,
Vom Holocaust zur lebendigen Hoffnung
Zum 14. Mal fand die Konferenz "Vom Holocaust zur lebendigen Hoffnung" (18.-21. August 2011) statt, wie in den letzten Jahren in Auschwitz, dem heutigen polnischen Oswiecim. Von den rund 100 Konferenzteilnehmern kamen dieses Jahr ein Drittel aus Deutschland. Von den 5 Schweizer Teilnehmern waren 3 Vorstandsmitglieder der Aktion Verzicht.
Nimmt dieses Thema denn nie ein Ende, könnte man sich fragen, 66 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges? Das Thema ist leider aktueller denn je. Wir stehen mitten in einer Kampagne mit Boykottaufrufen von israelischen Produkten und einer Delegimitierung (Absprechen der Existenzberechtigung) Israels. Die Aufrufe "Kauft nicht bei Juden" und "die Juden sind unser Unglück" sind kaum verhallt. Heute wäre es natürlich unfein gegen die Juden zu sein. Aber der ungezügelte Antizionismus, die Feindschaft gegen Israel sind salonfähig. Sind wir doch auf der Hut: Wer nicht aus der Geschichte lernen kann läuft Gefahr, die gleichen Fehler zu wiederholen. Wir sind aufgerufen, nicht nur aus der Geschichte zu lernen, sondern uns unter die Herrschaft unseres lebendigen Herrn Jesus Christus zu stellen. Nur wenn wir die Zusagen Gottes im alten und neuen Testament für Land und Volk Israel kennen- Zusagen die Gott nie widerrufen hat, trotz Ersatztheologie- sind wir in der Lage, den Anschuldigungen gegen Land und Volk Israel zu widerstehen.

Robert Währer hat für die Konferenzschrift einen Artikel verfasst, von dem wir ihnen den letzten Teil abdrucken. Aus diesem Artikel zitiere ich auch gerne die beiden Bibelworte, Worte von Jesus an seine Jünger:
"Gebt acht, dass euch niemand irreführt!" Mk. 13,5
"Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." Joh. 8,31+32
Andreas Baumann
Von Auschwitz nach Jerusalem
Drei Jahre nach dem Holocaust geschieht etwas Gewaltiges, das wir in seiner Bedeutung kaum unterschützen können: Israel tritt als Volk und Staat wieder in die reale Geschichte ein. Gott bringt es auf die Weltbühne. Da geschehen Zeichen und Wunder, die die ganze Welt beobachten kann. Ein Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Wiedergewinnung der Souveränität über Jerusalem im 6-Tage-Krieg von 1967.

Was für eine Antwort Gottes auf die Vernichtungsabsichten der Völkerwelt! Sie bezeugt Gottes grosse Gnade und seine Wahrheit, seine Wirklichkeit.

Damit erhalten uralte, in Treue festgehaltene Verheissungen neue Kraft und beleben die Hoffnung auf die Vollendung der heilvollen Absichten Gottes. Diese Ermutigung erfahren nicht nur die jüdischen Menschen, sondern auch viele Jesusnachfolger in aller Welt. Die Geschichte wird nach vorne offen. In die Welt voller Schuld tritt der Glanz der göttlichen Gnade.
Die schöpferische Kraft neuen Lebens wird eindrücklich unterstrichen durch die Entstehung und Ausweitung der messianischen Bewegung innerhalb des jüdischen Volkes. So kommt das wunderbare Ziel der Geschichte ins Blickfeld: Die kommende Herrschaft des Messias Jesus. Trotz allem Bitteren, Schweren, Leidvollen: Die Geschichte der Welt ist Geschichte zum Heil. Jetzt geht das Staunen in eine andere Richtung: Wer hätte das erwartet, wer das geglaubt, dass es so kommt? Bei Gott sind solche Wunder möglich. Und dies ist erst der Anfang einer unüberbietbaren Geschichte!
In den Mittelpunkt gerückt ist jetzt Jerusalem, die "Stadt des grossen Königs!". Von hier aus segnete schon Malchizedek den Abraham. Hier erwies er seinem Herrn ehrerbietigen Gehorsam, indem er mit Isaak, dem Sohn der Verheissung, zum Berg Moria, dem späteren Tempelplatz, ging nach seinem Befehl. Hier wollte David seinen himmlischen Herrn gegenwärtig haben, denn er wusste, dass dessen Gegenwart Heil bedeutet. Hier verherrlichte Jesus seinen himmlischen Vater durch Gehorsam und Hingabe, indem er Ja sagte zum Dienst der Versöhnung am Kreuz. Hier verherrlichte der Vater den Sohn durch die Auferweckung von den Toten. Es war in Jerusalem, wo sich dank der schöpferischen Kraft des Hl. Geistes die erste Gemeinde des Messias bildete. - In Jerusalem soll nur eines geschehen: die Verherrlichung Gottes.
Darum steht Jerusalem im Zentrum der geistlichen Auseinandersetzungen unserer Tage. Besonders gefährlich und raffiniert ist jene mit dem radikalen Humanismus, bei dem der Mensch das Mass aller Dinge ist und bleibt. Trotz Auschwitz präsentiert sich
dieser stolz und stark. Und er wirkt raffiniert. Da kommt alles so menschenfreundlich daher, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Biblische Wahrheiten und Verheissungen werden schamlos umfunktioniert oder neu gefüllt. Einige Hinweise mögen das erläutern: Es ist möglich, dass Jerusalem zum Weltzentrum erklärt werden wird, zum Sitz einer Weltregierung oder eines Weltherrschers, aber nicht durch Gottes gnädige Führung, sondern durch menschliche Manipulation. Schon 1900 spricht der gläubige Dichter und Denker Wladimir Solowjew in seiner apokalyptischen Erzählung mit dem Titel "Kurze Erzählung vom Antichrist" von dieser Möglichkeit. - Aus dem "Gebetshaus für alle Völker" (Jes. 56,7), wo sich "alle Fremden, die sich dem Herrn angeschlossen haben", zur Anbetung des Messias Jesus treffen, kann ein Gebetshaus für alle Weltreligionen werden. Die Gerechtigkeit, auf die man so stark setzt, wird interpretiert im Sinne von Anerkennung der Ansprüche aller Menschen, unabhängig von ihrer Gottesbeziehung. Das Judentum als Religion wird akzeptiert, aber nicht mit einem Anspruch auf das Land, auf "Eretz Israel", oder auf Jerusalem. Jerusalem "gehört" allen Menschen. Der Friede, der von Jerusalem ausgehen wird, kann politischer Art sein, also von aussen gesteuert, nicht von innen, wie es geistlichem Wesen entspräche. Einmal mehr wird Israel die Erwählung, seine besondere Berufung zum Segen der Welt, weggenommen, ebenso das legitime Recht, dort zu wohnen und zu leben. Wie zur Zeit des Nationalsozialismus zerstört eine riesige Propagandamaschinerie mit Halbwahrheiten, Entstellungen und Lügen den Ruf Israels und sorgt für moralisches Entsetzen über dem, was da alles möglich ist. So schafft man eine Grundlage für Strafaktionen. Das alles ist der Versuch einer Zerstörung Israels von innen und der einer Entwertung der von Gott gegebenen Verheissungen.
Dieses ganze Geschehen ist ein einziger, starker Ruf an uns, dem Herrn der Geschichte neu und ganz zu vertrauen. Er bringt uns Gläubige aus den Nationen in eine tiefe Glaubens-, Liebes- und Opfergemeinschaft mit unseren Brüdern und Schwestern aus Israel, damit wir - belebt durch seine schöpferische Kraft des Geistes - ihn in Einheit als den wahren Retter der Welt begreifen.
Robert Währer