September 2011Rundbrief Nr. 88

Vom Holocaust zur lebendigen Hoffnung Zum 14. Mal fand die Konferenz "Vom Holocaust zur lebendigen Hoffnung" (18.-21. August 2011) statt, wie in den letzten Jahren in Auschwitz, dem heutigen polnischen Oswiecim. Von den rund 100 Konferenzteilnehmern kamen dieses Jahr ein Drittel aus Deutschland. Von den 5 Schweizer Teilnehmern waren 3 Vorstandsmitglieder der Aktion Verzicht.  

Verzicht der Einen - Leben und Hoffnung f�r die Anderen!

 

Liebe Freunde, liebe Leser und Leserinnen,

Vom Holocaust zur lebendigen Hoffnung

Zum 14. Mal fand die Konferenz �Vom Holocaust zur lebendigen Hoffnung� (18.-21. August 2011) statt, wie in den letzten Jahren in Auschwitz, dem heutigen polnischen Oswiecim. Von den rund 100 Konferenzteilnehmern kamen dieses Jahr ein Drittel aus Deutschland. Von den 5 Schweizer Teilnehmern waren 3 Vorstandsmitglieder der Aktion Verzicht.

 

Nimmt dieses Thema denn nie ein Ende, k�nnte man sich fragen, 66 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges? Das Thema ist leider aktueller denn je. Wir stehen mitten in einer Kampagne mit Boykottaufrufen von israelischen Produkten und einer Delegimitierung (Absprechen der Existenzberechtigung) Israels. Die Aufrufe �Kauft nicht bei Juden� und �die Juden sind unser Ungl�ck� sind kaum verhallt. Heute w�re es nat�rlich unfein gegen die Juden zu sein. Aber der ungez�gelte Antizionismus, die Feindschaft gegen Israel sind salonf�hig. Sind wir doch auf der Hut: Wer nicht aus der Geschichte lernen kann l�uft Gefahr, die gleichen Fehler zu wiederholen. Wir sind aufgerufen, nicht nur aus der Geschichte zu lernen, sondern uns unter die Herrschaft unseres lebendigen Herrn Jesus Christus zu stellen. Nur wenn wir die Zusagen Gottes im alten und neuen Testament f�r Land und Volk Israel kennen- Zusagen die Gott nie widerrufen hat, trotz Ersatztheologie- sind wir in der Lage, den Anschuldigungen gegen Land und Volk Israel zu widerstehen.

Robert W�hrer hat f�r die Konferenzschrift einen Artikel verfasst, von dem wir ihnen den letzten Teil abdrucken. Aus diesem Artikel zitiere ich auch gerne die beiden Bibelworte, Worte von Jesus an seine J�nger:

�Gebt acht, dass euch niemand irref�hrt!� Mk. 13,5

�Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine J�nger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.� Joh. 8,31+32

Andreas Baumann

Von Auschwitz nach Jerusalem

Drei Jahre nach dem Holocaust geschieht etwas Gewaltiges, das wir in seiner Bedeutung kaum untersch�tzen k�nnen: Israel tritt als Volk und Staat wieder in die reale Geschichte ein. Gott bringt es auf die Weltb�hne. Da geschehen Zeichen und Wunder, die die ganze Welt beobachten kann. Ein H�hepunkt dieser Entwicklung ist die Wiedergewinnung der Souver�nit�t �ber Jerusalem im 6-Tage-�Krieg von 1967.

 

Was f�r eine Antwort Gottes auf die Vernichtungsabsichten der V�lkerwelt! Sie bezeugt Gottes grosse Gnade und seine Wahrheit, seine Wirklichkeit.

Damit erhalten uralte, in Treue festgehaltene Verheissungen neue Kraft und beleben die Hoffnung auf die Vollendung der heilvollen Absichten Gottes. Diese Ermutigung erfahren nicht nur die j�dischen Menschen, sondern auch viele Jesusnachfolger in aller Welt. Die Geschichte wird nach vorne offen. In die Welt voller Schuld tritt der Glanz der g�ttlichen Gnade.

Die sch�pferische Kraft neuen Lebens wird eindr�cklich unterstrichen durch die Entstehung und Ausweitung der messianischen Bewegung innerhalb des j�dischen Volkes. So kommt das wunderbare Ziel der Geschichte ins Blickfeld: Die kommende Herrschaft des Messias Jesus. Trotz allem Bitte�ren, Schweren, Leidvollen: Die Geschichte der Welt ist Geschichte zum Heil. Jetzt geht das Staunen in eine andere Richtung: Wer h�tte das erwartet, wer das geglaubt, dass es so kommt? Bei Gott sind solche Wunder m�glich. Und dies ist erst der Anfang einer un�berbietbaren Geschichte!

 

In den Mittelpunkt ger�ckt ist jetzt Jerusalem, die �Stadt des grossen K�nigs!". Von hier aus segne�te schon Malchizedek den Abraham. Hier erwies er seinem Herrn ehrerbietigen Gehorsam, indem er mit Isaak, dem Sohn der Verheissung, zum Berg Moria, dem sp�teren Tempelplatz, ging nach se�inem Befehl. Hier wollte David seinen himmlischen Herrn gegenw�rtig haben, denn er wusste, dass dessen Gegenwart Heil bedeutet. Hier verherrlichte Jesus seinen himmlischen Vater durch Gehorsam und Hingabe, indem er Ja sagte zum Dienst der Vers�hnung am Kreuz. Hier verherrlichte der Vater den Sohn durch die Auferweckung von den Toten. Es war in Jerusalem, wo sich dank der sch�pferi�schen Kraft des Hl. Geistes die erste Gemeinde des Messias bildete. � In Jerusalem soll nur eines geschehen: die Verherrlichung Gottes.

Darum steht Jerusalem im Zentrum der geistlichen Auseinandersetzungen unserer Tage. Beson�ders gef�hrlich und raffiniert ist jene mit dem radikalen Humanismus, bei dem der Mensch das Mass aller Dinge ist und bleibt. Trotz Auschwitz pr�sentiert sich dieser stolz und stark. Und er wirkt raffi�niert. Da kommt alles so menschenfreundlich daher, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Biblische Wahr�heiten und Verheissungen werden schamlos umfunktioniert oder neu gef�llt. Einige Hinweise m�gen das erl�utern: Es ist m�glich, dass Jerusalem zum Weltzentrum erkl�rt werden wird, zum Sitz einer Weltregie�rung oder eines Weltherrschers, aber nicht durch Gottes gn�dige F�hrung, sondern durch menschli�che Manipulation. Schon 1900 spricht der gl�ubige Dichter und Denker Wladimir Solowjew in seiner apokalyptischen Erz�hlung mit dem Titel �Kurze Erz�hlung vom Antichrist" von dieser M�glichkeit. - Aus dem �Gebetshaus f�r alle V�lker" (Jes. 56,7), wo sich �alle Fremden, die sich dem Herrn ange�schlossen haben", zur Anbetung des Messias Jesus treffen, kann ein Gebetshaus f�r alle Weltreligionen werden. Die Gerechtigkeit, auf die man so stark setzt, wird interpretiert im Sinne von Anerkennung der Anspr�che aller Menschen, unabh�ngig von ihrer Gottesbeziehung. Das Judentum als Religion wird akzeptiert, aber nicht mit einem Anspruch auf das Land, auf �Eretz Israel", oder auf Jerusalem. Jerusalem �geh�rt" allen Menschen. Der Friede, der von Jerusalem ausgehen wird, kann politischer Art sein, also von aussen gesteuert, nicht von innen, wie es geistlichem Wesen entspr�che. Einmal mehr wird Israel die Erw�hlung, seine besondere Berufung zum Segen der Welt, weggenommen, ebenso das legitime Recht, dort zu wohnen und zu leben. Wie zur Zeit des Nationalsozialismus zerst�rt eine riesige Propagandamaschinerie mit Halbwahrheiten, Entstellungen und L�gen den Ruf Israels und sorgt f�r moralisches Entsetzen �ber dem, was da alles m�glich ist. So schafft man eine Grundlage f�r Strafaktionen. Das alles ist der Versuch einer Zerst�rung Israels von innen und der einer Entwertung der von Gott gegebenen Verheissungen.

Dieses ganze Geschehen ist ein einziger, starker Ruf an uns, dem Herrn der Geschichte neu und ganz zu vertrauen. Er bringt uns Gl�ubige aus den Nationen in eine tiefe Glaubens-, Liebes- und Opfergemeinschaft mit unseren Br�dern und Schwestern aus Israel, damit wir � belebt durch seine sch�pferische Kraft des Geistes � ihn in Einheit als den wahren Retter der Welt begreifen.

Robert W�hrer